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Auszüge aus der Laudatio von Mathias Beck, Galerie Comebeck, 2009 Homburg/Saar

Für mich ist Anna Schüler diejenige [...] die das
Malerische als Meditationsfläche und -spiegel, den großen ruhigen Atem,
Traum und Ahnung erkundet.
In ihren Bildern zeigt sie, dass große Gefühle immer auch mit Behutsamkeit
unterlegt sein wollen, sonst bleiben sie unreif.
Dabei arbeitet sie in diesen Bildern mit Rhythmus und schafft aus Farb- bzw
Hell-Dunkel-Flächen eines geträumten Garten tänzerische bis verspielte bis
luftige und ahnungsvolle Bild-Elemente.
Während wir vielleicht entzückt sind, wie ihre Bilder vielleicht atmen und
fühlen wollen, so sollen diese Bilder doch auch denken oder denken lassen,
wenn auch grundsätzlich heiter und gelassen gestimmt.
Dadurch, dass Anna Schüler ihre Gartenlieder diesen leichten Schritt ins
Gravitätische Fach hat machen lassen, entsteht meines Erachtens erst dieses
leichte Ein- und Ausatmen der Bilder.

Auszug aus einem Text von
Dr. Claus-Peter Böhner-Fery,   Kunspektrum 2008

Hier wird Kunst als dynamischer Prozess begriffen und umgesetzt, in dem in der Kommunikation und Auseinandersetzung mit der Leinwand eine neue Ordnung entsteht.
Dabei verschmelzen Farbklänge mal zu verwirrenden, mal zu beruhigenden Kompositionen, in denen Dissonanzen ausdrücklich beabsichtigt sind. Linien und Symbole verbinden und trennen die geschaffenen Flächen, ordnen neu, geben scheinbar Sicherheit und lenken den Blick auf seinem Weg durch das Werk.
Während in den Bildern Anna Schülers aus der Schaffensperiode 2006 bis Anfang 2007 etliche Spuren und Narben von Spachteln aufweisen, wird in den aktuellen Werken der Künstlerin kaum noch zerstört, sondern vielmehr nur verdeckt. Vieles bleibt somit im Grunde genommen erhalten, schimmert durch und kann erahnt werden. Farbüberlagerungen verdecken zum Teil Linien und zarte Ritzungen bis ein mystisch und harmonisches Ganzes entstanden ist, das dem Betrachter seinen eigenen unabhängigen Zugang zum Bild ermöglicht.


 
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